Umfrage: Sexuelle Kontakte in Pflegeeinrichtungen

Das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Sexualität bleibt bis ins hohe Alter bestehen und macht auch vor dem Altersheim nicht halt. Aber oft werden die Heime diesem Bedürfnis nicht gerecht. Unsicherheit oder Scham auf Seiten des Personals, eine eher versorgungsorientierte Atmosphäre und Mehrbettzimmer erschweren intime Momente.

Mit einer Umfrage möchte die Deutsche Seniorenliga e.V. ein Bild von der gegenwärtigen Situation in den Heimen machen. Die Umfrage richtet sich an Personen, die beruflich oder regelmäßig ehrenamtlich in einem Alten- oder Pflegeheim tätig sind: zum Online-Fragebogen

Die Deutsche Seniorenliga hat auch eine Ratgeberbroschüre herausgegeben: „Liebe und Sex im Alter – Was der Lust im Wege stehen kann“

SexMedNews#184
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Bildungsfernsehen, Bacheloretten und Naked Attraction: Sex im TV-Programm

Liebemachen, Kuppelcastings und Genitalbeschau zur besten Sendezeit, das ist gegenwärtige Fernsehkultur. Wer vor ein paar Jahren schon meinte, die Medien seien übersexualisiert, der ahnte wohl kaum, was da noch anflutet.

„Zurzeit fühle ich mich etwas erschlagen. Von Sex. Nicht dem eigenen. Viel mehr rede ich von Sex am TV“, stellt die TV-Kennerin Maja Zivadinovic fest. Aber machen Penisse, Brüste und Vaginas eine Sendung wirklich besser? Wir schließen uns der Autorin an: Das Thema Sex konkret angehen, wenn es etwas darüber zu sagen gibt. Oder es sonst da lassen, wo es hingehört: ins Privatleben.

Online-Artikel: Kann uns das Fernsehen Sex lehren?

SexMedNews#183

Fachtagung „Sexualität und Behinderung“

TRASE – Training in Sexueller Bildung für Menschen mit Behinderungen – ist ein europäisches Projekt. Es soll helfen, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten etwas über Sexualität lernen. TRASE entwickelt einen Forbildungskurs und Materialien für Eltern und Fachkräfte. Diese sollen auf einer Tagung am 27. Juni in Halle (Saale) vorgestellt und diskutiert werden. Eine weitere Veranstaltung ist für Berlin angedacht.

Bislang sind die entwickelten Materialien erst englischsprachig online: www.traseproject.com – sie werden am 27. Juni aber auch in einer deutschsprachigen Variante vorliegen. Jede_r Teilnehmende erhält eine umfassende und gebundene Tagungsmappe mit den Materialien. Ab August sollen alle Materialien und das begleitete Curriculum frei zur Verfügung stehen.

Die Teilnahme an der Fachtagung ist kostenlos.
Zeit: Dienstag, 27. Juni 2017, 09:00 bis 17:30 Uhr
Ort: Paul-Riebeck-Stiftung, Akazienhof / Saal, Beesener Straße 15, 06110 Halle (Saale)
Anmeldungen bis zum 01.06.2017 an: lena.lache@hs-merseburg.de
Download Programm: hier

SexMedNews#182

Hannover: Neue Ambulanz für Männer mit sexuellen Gewaltfantasien

Die Medizinische Hochschule Hannover startet ein neues Präventionsangebot für Männer, die befürchten, ihre Fantasien nicht kontrollieren zu können. „Sexuelle Übergriffe passieren nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, Sie haben einen Vorlauf in der Seele und Sexualität von Tätern,“ sagt Projektleiter Prof. Uwe Hartmann. Um sexuelle Übergriffe zu verhindern, ist es daher wichtig Angebote zu unterbreiten, bevor es zu Taten kommt. Die Therapie ist kostenlos und anonym. Das Team unterliegt der Schweigepflicht. Auch Männer, die bereits gewalttätig geworden sind, können sich in der MHH helfen lassen, es darf allerdings kein Ermittlungs- oder Strafverfahren laufen.

Homepage des Präventionsprojekts und Kontakt: hier

SexMedNews#180

Stigma – der Film

Ein Tonstudio. Zwei Notenständer. Zwei Mikrofone. Zwei Männer. Die Schauspieler Godehard Giese und Hendrik Arnst lesen den Text eines Gesprächs, das wirklich stattgefunden hat – im Sommer 2015 am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Berliner Charité. Der eine, der jüngere, fragt: neugierig und interessiert. Der ältere antwortet: direkt, offen schonungslos mit sich selbst. Er ist pädophil. Fühlt sich sexuell zu jungen Mädchen hingezogen, seit er selbst ein Teenager war. Jahrelang hat er dagegen angekämpft, hat lange gehofft, dass das wieder weg geht. Aber es ging nicht weg. Auch nicht vom Alkohol. Der Mann hat Schuld auf sich geladen. Er hat seine eigene Tochter sexuell missbraucht. Und muss damit leben. Er hat eine Therapie gemacht und dadurch gelernt, seine sexuelle Neigung zu akzeptieren, sie zu kontrollieren. Er hat andere Männer getroffen, denen es genauso wie ihm geht. Und er hat gelernt, dass seine sexuelle Präferenz nicht geheilt werden kann, dass er aber Verantwortung für sein sexuelles Verhalten übernehmen kann. Und muss. Er kämpft, will ein guter Mensch sein. Kann jemand, der so große Schuld auf sich geladen hat, überhaupt noch glücklich werden? Und darf er das?

Mehr über den Film, Termine, Film buchen: hier

SexMedNews#180

„Klasse, krass und stark!“ Interaktive Ausstellungen zur Prävention sexueller Gewalt

Mit einer feierlichen Vernissage am 24. Januar an der Hochschule Merseburg werden drei Präventionsprojekte „Echt krass“, „Echt klasse“ und „Echt stark“ vorgestellt. Die interaktiven Parcours wurden vom Kieler PETZE-Institut für verschiedene Zielgruppen (GrundschülerInnen, Jugendliche, Förderschulen/Behinderthilfe) entwickelt. Durch eine Förderung der Europäischen Union (Förderprogramm EFRE) können diese Ausstellungen zukünftig an der Hochschule Merseburg ausgeliehen werden. Ihr Einsatz wird mit Workshops für Eltern, Lehrkräfte und Kinder/Jugendliche begleitet. Bis Ende Februar sind die Ausstellungen im Foyer der Hochschule zu sehen.

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SexMedNews#179

Schwangerschaft: Mit dem ersten Kind verändert sich das Gehirn der Mutter

Ein überraschender Befund aus der Hirnforschung: Mit dem ersten Kind verändert sich die Gehirnstruktur der Mutter. In bestimmten Hirnregionen werden Nervenverbindungen aufgelöst. Die Forscher vermuten, dass hier ein ähnlicher Vorgang abläuft wie in der Pubertät (das sogenannte „pruning“): Der neuronale Kahlschlag schaffe Platz zur Neuorganisation des Gehirns für die Anforderungen im neuen Lebensabschnitt. Bei den Vätern wurden diese Hirnveränderungen nicht gefunden.

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Link zur Originalpublikation

SexMedNews#178