Archiv für den Monat November 2014

Präventionsprojekt für pädophile Jugendliche

Seit 2005 bietet die Berliner Charité mit dem Projekt „Kein Täter werden“ Hilfe für Männer mit pädophilen Neigungen. Nun startet ein Präventionsangebot für Jugendliche.

Das Projekt „Primäre Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch durch Jugendliche“ (PPJ) richtet sich an Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren, deren sexuelle Fantasien und Verhaltensweisen auf Kinder gerichtet sind und auf pädophile Neigungen hinweisen. Mit gründlicher Diagnostik und einem begleitenden interdisziplinären Therapieangebot sollen die Jugendlichen früh in ihrer Entwicklung darin unterstützt werden, diese Impulse zu bewältigen und zu kontrollieren. Dabei sollen das soziale Umfeld und die Eltern einbezogen werden, die bisher bei diesem Thema hilflos sind. Auch der Kinderschutzbund mit seinem Netzwerk von Ortsverbänden und seinem Notfalltelefon ist mit im Boot.

Das PPJ ist ein Baustein in einer Reihe von Maßnahmen, die zum besseren Schutz von Kindern beitragen sollen. Diese Arbeit ist wissenschaftliches Neuland, es gibt bisher keinen vergleichbaren Präventionsansatz – weder national noch international. Bisher ist keine Möglichkeit bekannt, die sexuelle Ansprechbarkeit auf das kindliche Körperschema zu heilen. Doch Hilfestellungen im Alltag, damit es nicht zu Gewalttaten kommt, gibt es sehr wohl. Hier kann auf die Erfahrungen aus dem Projekt „Kein Täter werden“ aufgebaut werden. Ab kommenden Montag, 10.11.14, wird unter der Nummer 030 / 450 529 529 ein direkter Telefonkontakt zum Projekt geschaltet.

Artikel der Berliner Morgenpost
Videoclip „Du träumst von ihnen“
Webseite „Kein Täter werden“ / PPJ

SexMedNews#144

Sex im Zeitalter der technologischen Reproduktion

Carl Djerassi, einer der Erfinder der „Pille“ und überhaupt ein interessanter Mensch, kommt nach Magdeburg. Am 12.11.14 stellt er im Rahmen der renommierten Otto-von-Guericke-Vorlesungen seine Zukunftsvision vom „Sex im Zeitalter der technologischen Reproduktion“ vor. Djerassi ist überzeugt, dass auch gesunde Menschen zunehmend die reproduktionsmedizinischen Technologien nutzen werden. Mit Erfindung der Antibabypille wurden Empfängnisverhütung und sexuelles Verhalten in einer kulturell bisher nicht gekannten Tragweite entkoppelt. Zukünftig würden nun auch Kindermachen und Sexhaben nicht mehr zwangsläufig zusammen gehören müssen. Die sexuelle Kultur stehe vor einer neuen Revolution. – Man muss die Zukunftsvorstellungen des Herrn Djerassi nicht unbedingt teilen. Spannend und nachdenkenswert sind sie allemal.

Prof. Dr. Carl Djerassi: Sex im Zeitalter der technologischen Reproduktion – Aufgang und Abgang der Pille
Wann: 12. November 2014, 19.00 Uhr
Wo: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Hörsaal 1, Gebäude 26, Campus Universitätsplatz 2, 39104 Magdeburg

Mehr zum Thema:
Wikipedia über Carl Djerassi
Carl Djerassi: Unbefleckt zum Wunschkind

SexMedNews#143