Schlagwort-Archive: Neurobiologie

Schwangerschaft: Mit dem ersten Kind verändert sich das Gehirn der Mutter

Ein überraschender Befund aus der Hirnforschung: Mit dem ersten Kind verändert sich die Gehirnstruktur der Mutter. In bestimmten Hirnregionen werden Nervenverbindungen aufgelöst. Die Forscher vermuten, dass hier ein ähnlicher Vorgang abläuft wie in der Pubertät (das sogenannte „pruning“): Der neuronale Kahlschlag schaffe Platz zur Neuorganisation des Gehirns für die Anforderungen im neuen Lebensabschnitt. Bei den Vätern wurden diese Hirnveränderungen nicht gefunden.

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SexMedNews#178

Mechanismen der Sexsucht: Probanden gesucht

In der „Sex@Brain study – klinische und neurobiologische Mechanismen der Sexsucht“ an der Medizinischen Hochschule Hannover soll eine umfangreiche Charakterisierung von männlichen Sexsüchtigen vorgenommen werden. Dabei werden Patienten durch Fragebögen, neuropsychologische Tests und Daten der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) mit gesunden Kontrollen verglichen.

Obwohl Sexsucht in der Therapie lange bekannt ist, gibt es wenige wissenschaftliche Untersuchungen des Problems. Diese Lücke soll mit Hilfe objektiv gewonnener Daten verringert werden. Des Weiteren ist geplant ein Therapiemanual für betroffene Patienten zu konzipieren.

Die Teilnahme an dieser Studie wird vergütet. Sie ist freiwillig und anonym.

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SexMedNews#177

Hirnaktivität beim Ansehen von Gesichtern verrät die sexuelle Präferenz

Wenn wir in ein Gesicht blicken, verarbeitet unser Gehirn in Sekundenbruchteilen wichtige Informationen. Unter anderem prüft es die erotische Attraktivität und ob die Person das richtige Geschlecht und Alter hat. Funktionelle MRT-Untersuchungen bei einer Gruppe pädophiler Männer ergaben, dass die Wahrnehmung von Kindergesichtern eine erhöhte Aktivität im Gesichtsverarbeitungssystem und in Hirnarealen, die sexuelle Reize verarbeiten, auslöst. Das heißt, bei pädophilen Männern lösen Kindergesichter die gleichen Reaktionen im Gehirn aus wie sonst bei heterosexuellen Männern, die eine attraktive Frau sehen. Möglicherweise könnten diese Erkenntnisse für die Diagnostik und Therapieplanung nutzbar sein. Weitere neurobiologische Forschungen zur Pädophilie werden derzeit im Forschungsverbund NeMUP durchgeführt.

Bericht in Spiegel online
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SexMedNews#129