Schlagwort-Archive: Pädophilie

Stigma – der Film

Ein Tonstudio. Zwei Notenständer. Zwei Mikrofone. Zwei Männer. Die Schauspieler Godehard Giese und Hendrik Arnst lesen den Text eines Gesprächs, das wirklich stattgefunden hat – im Sommer 2015 am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Berliner Charité. Der eine, der jüngere, fragt: neugierig und interessiert. Der ältere antwortet: direkt, offen schonungslos mit sich selbst. Er ist pädophil. Fühlt sich sexuell zu jungen Mädchen hingezogen, seit er selbst ein Teenager war. Jahrelang hat er dagegen angekämpft, hat lange gehofft, dass das wieder weg geht. Aber es ging nicht weg. Auch nicht vom Alkohol. Der Mann hat Schuld auf sich geladen. Er hat seine eigene Tochter sexuell missbraucht. Und muss damit leben. Er hat eine Therapie gemacht und dadurch gelernt, seine sexuelle Neigung zu akzeptieren, sie zu kontrollieren. Er hat andere Männer getroffen, denen es genauso wie ihm geht. Und er hat gelernt, dass seine sexuelle Präferenz nicht geheilt werden kann, dass er aber Verantwortung für sein sexuelles Verhalten übernehmen kann. Und muss. Er kämpft, will ein guter Mensch sein. Kann jemand, der so große Schuld auf sich geladen hat, überhaupt noch glücklich werden? Und darf er das?

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SexMedNews#180

READYWASTE – Missbrauchsabbildungen im Schredder

Das Internet beherbergt gigantische Mengen an Kinderpornographie – Abbildungen des sexuellen Missbrauchs. Aus geschredderten Datenträgern entwickelte der Künstler Costantino Ciervo eine Installation, die vom 1. bis 25. August im Pavillon der Berliner Volksbühne zu sehen sein wird.

Der Hintergrund: Das „Präventionsprojekt Dunkelfeld“ (www.kein-taeter-werden.de) bietet Beratung und Therapie für Männer, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen.   Rund 70 % der Patienten hatten bereits Missbrauchsabbildungen konsumiert, davon fast 90 % vollkommen unentdeckt von Polizei und Justiz. In der Therapie werden diese Patienten bestärkt, ihre Datenträger, auf denen teilweise viele Terrabyte Datenvolumen mit Missbrauchsdarstellungen von Kindern gespeichert waren, zu zerstören. Daraus entstand die Idee zu einer Installation mit solchen geschredderten Schnipseln, die einerseits diesen Therapieerfolg darstellt und zum anderen das gewaltige Ausmaß des Problems „Kinderpornographie“ aufzeigt. Ein Versuch, das Undarstellbare darzustellen.

Eröffnung am 1. August 2016, 18 bis 20 Uhr, Pavillon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin.
Die Installation ist nicht begehbar, aber rund um die Uhr von außen kostenlos zu besichtigen, Laufzeit 1. bis 25. August 2016
Mehr Informationen: READYWASTE

SexMedNews#175

Herausforderung Pädophilie

Über Pädophilie wird viel und heftig debattiert, es ist eines der emotional am stärksten aufgeheizten Themen unserer Zeit. Aber was ist Pädophile wirklich? Was bedeutet es, sich von Kindern sexuell angesprochen zu fühlen? Männer mit pädophiler Neigung werden nicht automatisch zum Täter. Prävention ist möglich und wird am besten dann gelingen, wenn Betroffene mit der Herausforderung Pädophilie nicht alleine gelassen werden.

Das im kürzlich Psychiatrie-Verlag erschienene Ratgeberbuch „Herausforderung Pädophilie“ wendet sich an Betroffene und Angehörige sowie an Fachleute im psychosozialen Feld. Es fasst anschaulich den aktuellen Wissensstand zusammen, lässt auch persönliche Erfahrungen zu Wort kommen und stellt Materialien für Beratung und Selbsthilfe zur Verfügung. Wir möchten dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.
Claudia Schwarze, Gernot Hahn: Herausforderung Pädophilie

Weitere Informationsseiten:
Kein Täter werden
Schicksal und Herausforderung

SexMedNews#174