Schlagwort-Archive: Prävention

Hannover: Neue Ambulanz für Männer mit sexuellen Gewaltfantasien

Die Medizinische Hochschule Hannover startet ein neues Präventionsangebot für Männer, die befürchten, ihre Fantasien nicht kontrollieren zu können. „Sexuelle Übergriffe passieren nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, Sie haben einen Vorlauf in der Seele und Sexualität von Tätern,“ sagt Projektleiter Prof. Uwe Hartmann. Um sexuelle Übergriffe zu verhindern, ist es daher wichtig Angebote zu unterbreiten, bevor es zu Taten kommt. Die Therapie ist kostenlos und anonym. Das Team unterliegt der Schweigepflicht. Auch Männer, die bereits gewalttätig geworden sind, können sich in der MHH helfen lassen, es darf allerdings kein Ermittlungs- oder Strafverfahren laufen.

Homepage des Präventionsprojekts und Kontakt: hier

SexMedNews#180

„Klasse, krass und stark!“ Interaktive Ausstellungen zur Prävention sexueller Gewalt

Mit einer feierlichen Vernissage am 24. Januar an der Hochschule Merseburg werden drei Präventionsprojekte „Echt krass“, „Echt klasse“ und „Echt stark“ vorgestellt. Die interaktiven Parcours wurden vom Kieler PETZE-Institut für verschiedene Zielgruppen (GrundschülerInnen, Jugendliche, Förderschulen/Behinderthilfe) entwickelt. Durch eine Förderung der Europäischen Union (Förderprogramm EFRE) können diese Ausstellungen zukünftig an der Hochschule Merseburg ausgeliehen werden. Ihr Einsatz wird mit Workshops für Eltern, Lehrkräfte und Kinder/Jugendliche begleitet. Bis Ende Februar sind die Ausstellungen im Foyer der Hochschule zu sehen.

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SexMedNews#179

Herausforderung Pädophilie

Über Pädophilie wird viel und heftig debattiert, es ist eines der emotional am stärksten aufgeheizten Themen unserer Zeit. Aber was ist Pädophile wirklich? Was bedeutet es, sich von Kindern sexuell angesprochen zu fühlen? Männer mit pädophiler Neigung werden nicht automatisch zum Täter. Prävention ist möglich und wird am besten dann gelingen, wenn Betroffene mit der Herausforderung Pädophilie nicht alleine gelassen werden.

Das im kürzlich Psychiatrie-Verlag erschienene Ratgeberbuch „Herausforderung Pädophilie“ wendet sich an Betroffene und Angehörige sowie an Fachleute im psychosozialen Feld. Es fasst anschaulich den aktuellen Wissensstand zusammen, lässt auch persönliche Erfahrungen zu Wort kommen und stellt Materialien für Beratung und Selbsthilfe zur Verfügung. Wir möchten dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.
Claudia Schwarze, Gernot Hahn: Herausforderung Pädophilie

Weitere Informationsseiten:
Kein Täter werden
Schicksal und Herausforderung

SexMedNews#174

Präventionsprojekt für pädophile Jugendliche

Seit 2005 bietet die Berliner Charité mit dem Projekt „Kein Täter werden“ Hilfe für Männer mit pädophilen Neigungen. Nun startet ein Präventionsangebot für Jugendliche.

Das Projekt „Primäre Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch durch Jugendliche“ (PPJ) richtet sich an Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren, deren sexuelle Fantasien und Verhaltensweisen auf Kinder gerichtet sind und auf pädophile Neigungen hinweisen. Mit gründlicher Diagnostik und einem begleitenden interdisziplinären Therapieangebot sollen die Jugendlichen früh in ihrer Entwicklung darin unterstützt werden, diese Impulse zu bewältigen und zu kontrollieren. Dabei sollen das soziale Umfeld und die Eltern einbezogen werden, die bisher bei diesem Thema hilflos sind. Auch der Kinderschutzbund mit seinem Netzwerk von Ortsverbänden und seinem Notfalltelefon ist mit im Boot.

Das PPJ ist ein Baustein in einer Reihe von Maßnahmen, die zum besseren Schutz von Kindern beitragen sollen. Diese Arbeit ist wissenschaftliches Neuland, es gibt bisher keinen vergleichbaren Präventionsansatz – weder national noch international. Bisher ist keine Möglichkeit bekannt, die sexuelle Ansprechbarkeit auf das kindliche Körperschema zu heilen. Doch Hilfestellungen im Alltag, damit es nicht zu Gewalttaten kommt, gibt es sehr wohl. Hier kann auf die Erfahrungen aus dem Projekt „Kein Täter werden“ aufgebaut werden. Ab kommenden Montag, 10.11.14, wird unter der Nummer 030 / 450 529 529 ein direkter Telefonkontakt zum Projekt geschaltet.

Artikel der Berliner Morgenpost
Videoclip „Du träumst von ihnen“
Webseite „Kein Täter werden“ / PPJ

SexMedNews#144