Schlagwort-Archive: Sexualpädagogik

Fachtagung „Sexualität und Behinderung“

TRASE – Training in Sexueller Bildung für Menschen mit Behinderungen – ist ein europäisches Projekt. Es soll helfen, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten etwas über Sexualität lernen. TRASE entwickelt einen Forbildungskurs und Materialien für Eltern und Fachkräfte. Diese sollen auf einer Tagung am 27. Juni in Halle (Saale) vorgestellt und diskutiert werden. Eine weitere Veranstaltung ist für Berlin angedacht.

Bislang sind die entwickelten Materialien erst englischsprachig online: www.traseproject.com – sie werden am 27. Juni aber auch in einer deutschsprachigen Variante vorliegen. Jede_r Teilnehmende erhält eine umfassende und gebundene Tagungsmappe mit den Materialien. Ab August sollen alle Materialien und das begleitete Curriculum frei zur Verfügung stehen.

Die Teilnahme an der Fachtagung ist kostenlos.
Zeit: Dienstag, 27. Juni 2017, 09:00 bis 17:30 Uhr
Ort: Paul-Riebeck-Stiftung, Akazienhof / Saal, Beesener Straße 15, 06110 Halle (Saale)
Anmeldungen bis zum 01.06.2017 an: lena.lache@hs-merseburg.de
Download Programm: hier

SexMedNews#182
Werbeanzeigen

„Klasse, krass und stark!“ Interaktive Ausstellungen zur Prävention sexueller Gewalt

Mit einer feierlichen Vernissage am 24. Januar an der Hochschule Merseburg werden drei Präventionsprojekte „Echt krass“, „Echt klasse“ und „Echt stark“ vorgestellt. Die interaktiven Parcours wurden vom Kieler PETZE-Institut für verschiedene Zielgruppen (GrundschülerInnen, Jugendliche, Förderschulen/Behinderthilfe) entwickelt. Durch eine Förderung der Europäischen Union (Förderprogramm EFRE) können diese Ausstellungen zukünftig an der Hochschule Merseburg ausgeliehen werden. Ihr Einsatz wird mit Workshops für Eltern, Lehrkräfte und Kinder/Jugendliche begleitet. Bis Ende Februar sind die Ausstellungen im Foyer der Hochschule zu sehen.

Mehr lesen

SexMedNews#179

BZgA-Studie Jugendsexualität 2015

Jugendliche gehen verantwortungsvoll mit ihrer Sexualität um. – Zum achten Mal legt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine groß angelegte repräsentative Studie zur Jugendsexualität vor. Sie knüpft an Vorläuferstudien aus den Jahren 1980 bis 2010 an. In umfangreichen Befragungen (5.750 Interviews mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen plus Elterninterviews) wurden Einstellungen und Verhalten von Jugendlichen und ihren Eltern in Fragen der Sexualität und Kontrazeption erfasst.

Die verbreitete Meinung, es würden immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, stimmt nicht. Das Verhütungsverhalten ist besser denn je. Sexuelle Erfahrungen unter 14 Jahren sind seltene Ausnahmen. Bis zum 17. Lebensjahr erlebt die Hälfte der Jugendlichen, Mädchen wie Jungs, den ersten Geschlechtsverkehr, und zwar überwiegend in einer festen Beziehung und fast nie ohne Verhütungsmittel. Für die meisten ist „das erste Mal“ also eine bewusste Entscheidung, und wenn Jugendliche diese Entscheidung noch aufschieben, dann nicht aus Angst vor ungewollter Schwangerschaft, sondern weil ihnen eine feste Partnerschaft und das Gefühl, den Richtigen / die Richtige zu haben, wichtig sind.

Weitere Ergebnisse und Informationen:
– Zur BZgA-Seite Jugendsexualität 2015
– Hintergrundpapier: Anhand von Grafiken werden wichtige Ergebnisse der Befragung dargestellt – Download als PDF
– Die gedruckte Fassung der Studienergebnisse wird voraussichtlich Anfang 2016 erscheinen.

SexMedNews#167

Sexuelle Bildung ist mehr als Gefahrenabwehr-Pädogogik

Kolumne: „Freitags Lust & Liebe“

Sexualerziehung wird häufig auch heute noch reduziert auf eine „Gefahrenabwehrpädagogik“: Verhütung von AIDS, Verhütung von Schwangerschaft, Verhütung von Missbrauch. Das sind wichtige Themen, aber der einseitige Blick vermittelt, Sexualität sei etwas Problematisches. Sexualität ist sinnlich, spannend, lebensbejahend. Sexuelle Bildung bedeutet nicht, intime Details im Unterricht ausbreiten zu müssen. Heranwachsende haben ein Anrecht, Sexualität ganz privat zu entdecken und auszuprobieren. Sie haben auch das Anrecht, nicht jegliche Spielart kennenlernen zu müssen. Zu einer gesunden Sexualentwicklung gehört die Achtung von Privatsphäre und von Schamgrenzen. Um sexuelle Vielfalt anzuerkennen, braucht es keine speziellen Sexthemen im Unterricht, sondern eine respektvolle Haltung. Und die braucht vor allem gute Vorbilder.

SexMedNews#160

Ende der Sprechstunde: Die BRAVO entlässt „Dr. Sommer“

Seit 45 Jahren holen sich Jugendliche hier Rat zu Sex und Liebe. 1969 begann der Psychotherapeut Martin Goldstein die Aufklärungskolumne „Sprechstunde bei Dr. Jochen Sommer“. Die letzte Leiterin des „Dr.-Sommer“-Teams, Jutta Stiehler, war seit 16 Jahren dabei – nun musste sie gehen. Aufgrund ständig sinkender Verkaufszahlen steht das Magazin unter Spardruck. Die „Dr.-Sommer“-Rubrik wird es zwar weiter geben, allerdings nicht mehr mit dem Anspruch, jede Zuschrift persönlich zu beantworten. Statt dessen gibt es nun standardisierte Textbausteine oder auch gar keine Antwort mehr. Kommentar Stiehler: „Eine sehr, sehr schöne Zeit ist leider sehr unglücklich zu Ende gegangen.“

Artikel in Sueddeutsche.de

SexMedNews#120