Schlagwort-Archive: Sexualtherapie

Fachtagung: Sexualtherapie crossover

Eine Zusammenschau verschiedener Schulen und Ansätze von Sexualtherapie verspricht die diesjährige Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft DGSMTW e.V. Dazu sind erstklassige Referenten eingeladen.

Wann: 25. November 2017
Wo: Berlin
Programm und Anmeldung: Download PDF

SexMedNews#185

Herausforderung Pädophilie

Über Pädophilie wird viel und heftig debattiert, es ist eines der emotional am stärksten aufgeheizten Themen unserer Zeit. Aber was ist Pädophile wirklich? Was bedeutet es, sich von Kindern sexuell angesprochen zu fühlen? Männer mit pädophiler Neigung werden nicht automatisch zum Täter. Prävention ist möglich und wird am besten dann gelingen, wenn Betroffene mit der Herausforderung Pädophilie nicht alleine gelassen werden.

Das im kürzlich Psychiatrie-Verlag erschienene Ratgeberbuch „Herausforderung Pädophilie“ wendet sich an Betroffene und Angehörige sowie an Fachleute im psychosozialen Feld. Es fasst anschaulich den aktuellen Wissensstand zusammen, lässt auch persönliche Erfahrungen zu Wort kommen und stellt Materialien für Beratung und Selbsthilfe zur Verfügung. Wir möchten dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.
Claudia Schwarze, Gernot Hahn: Herausforderung Pädophilie

Weitere Informationsseiten:
Kein Täter werden
Schicksal und Herausforderung

SexMedNews#174

Fachtagung: Wegsperren, und zwar für immer?

Über die Möglichkeiten und Grenzen der Arbeit mit sexuell auffälligen Menschen

Ziel der Veranstaltung ist es, die vielfältigen therapeutischen und pädagogischen Angebote, die in Deutschland für potentielle und reale Verursacher (sexueller) Gewalt existieren, vorzustellen, miteinander zu diskutieren sowie die Möglichkeiten der Vernetzung in diesem wichtigen Bereich der Prävention (sexueller) Gewalt zu nutzen.

Die Fachtagung wird gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e. V. (DGfPI), der Bundesarbeitsgemeinschaft „Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit sexualisiert grenzverletzendem Verhalten“ (BAG KJSGV), der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt e. V. (BAG TäHG e. V.), dem Projekt „Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch durch Jugendliche“ (PPJ) der Berliner Charité und des Vivantes-Klinikum (Berlin-Friedrichshain) sowie des Präventionsnetzwerks „Kein Täter werden“ und der theaterpädagogischen werkstatt Osnabrück (tpw) durchgeführt.

Wann: 21. und 22. April 2016
Wo: Berlin, VKU Forum

Info-Flyer und Anmeldung

SexMedNews#172

William Masters: Zum 100. Geburtstag

Der amerikanische Gynäkologe William Masters zählt zu den Pionieren der Sexualtherapie. Zusammen mit seiner Assistentin Virginia Johnson untersuchte er, was beim Sexualakt physiologisch passiert. Heute vor 100 Jahren wurde William Masters geboren. Der WDR hat eine zeitgeschichtliche Dokumentation erstellt.

Zeitgeschichtliches Archiv des WDR
Download des Podcast

SexMedNews#170

Verordnete Lust: Verkaufsstart von Addyi in den USA

Die rosa Pille soll Frauen die Lust zurückbringen. Sowohl das Konzept – Chemie gegen Unlust, verordnete Lust – als auch der Wirkstoff Flibanserin sind umstritten. Die Wirkung ist sehr begrenzt, wird allenfalls einem kleinen Teil der Anwenderinnen überhaupt nützen, und wird andererseits überschattet von Risiken und einschränkenden Anwendungsvorschriften. Zweimal hatte die US-Arzneibehörde FDA eine Zulassung des Medikaments abgelehnt. Im August wurde das Mittel nun doch zugelassen – von derselben Behörde und auf Grundlage desselben Wissenstandes.

Was war passiert? In der Zwischenzeit gab es keine neuen empirischen Daten, welche eine medizinische Neubewertung des Medikaments rechtfertigen würden. Aber es gab eine geschickte Propaganda, die Gleichberechtigung und political correctness einfordert. Nach den vielen sexualunterstützenden Medikamenten für den Mann sei es an der Zeit und ein Gebot der Fairness, auch den Frauen etwas anzubieten. Die Argumentation ist ebenso beharrlich falsch wie die Bezeichnung als „Viagra für Frauen“.

Viele Sexualwissenschaftler und Therapeuten sind nicht überzeugt, dass Addyi die Erwartungen erfüllen wird, weder unternehmerisch noch in seiner Wirkung. Das rechnet sich der Hersteller, Sprout Pharmaceuticals, offenbar ganz anders aus. Vorstandschefin Cindy Whitehead berichtet stolz, dass das Unternehmen seit der positiven FDA-Entscheidung 150 neue Mitarbeiter angeheuert hat – so viel qualifiziertes Verkaufs- und Marketingpersonal sei allein dafür nötig, um Addyi auf den Start im Handel vorzubereiten. Eine Herausforderung sieht Whitehead darin, dass sich die Kosten pro Frau auf 400 Dollar im Monat, also fast 5000 Dollar pro Jahr belaufen, weil Addyi täglich eingenommen werden muss. Der Konzern will die Krankenversicherer von einer Kostenübernahme aus medizinischen Notwendigkeit überzeugen, damit es für Kunden bei einer Selbstbeteiligung von nicht mehr als 30 bis 50 Dollar bleibt.

Etwas Gutes bringt das große öffentliche Echo auf die Lustpille jedenfalls schon jetzt, nämlich vermehrte Aufmerksamkeit für die Frage: Was bedeutet Sex zu haben – oder eben auch nicht – in der öffentlichen Meinung und für den Einzelnen und für jede einzelne konkrete Paarbeziehung? Was und wieviel will ich und brauche ich? Vor allem: was brauche ich wirklich? Was ist meins, was ist fremdbestimmt? Wer oder was macht mich glauben, Lust haben zu müssen? Habe ich aus guten Gründen keine Lust? Und wenn tatsächlich Frauen bzw. Paare bereit sind, Tausende Dollar für eine Lustpille hinzublättern, dann zeigt dies auch den Wert unseres Berufes als Paar- und Sexualtherapeuten, die wir die Paare darin unterstützen, genau diese Fragen für sich zu klären.

Sexuelle Unlust wird sich nicht alleine mit einer Pille reparieren lassen. Aber alle Studien mit luststeigernden Pharmaka für Frauen (ob Flibanserin oder Oxytocin oder Testosteronpflaster etc.) haben gezeigt, dass allein schon die intensive Beschäftigung mit der eigenen und der partnerschaftlichen Sexualität eine erhebliche Verbesserung der Zufriedenheit bewirkt. Das nämlich steckt in der „Placebowirkung“ drin. Und darüber hinaus bringt der Wirkstoff – bestenfalls- nur noch einen geringen Zugewinn.

Übersicht: Die wichtigsten Anwendungsvorschriften:
– Die Zulassung für Addyi wurde beschränkt für erwachsene Frauen vor der Menopause.
– Addyi muss täglich eingenommen werden.
– Die Nutzerinnen sollen komplett auf Alkohol verzichten, sonst könne es zum Kreislaufversagen kommen. Übrigens kann auch die gleichzeitige Einnahme der Antibabypille das Risiko für Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen erhöhen.
– Addyi ist nicht zur Anwendung zugelassen, wenn der Libidomangel auf medizinische oder psychische Ursachen, auf Beziehungsprobleme oder auf Medikamenten- oder Drogeneinnahme zurückzuführen ist.
– Addyi ist rezeptpflichtig. Es darf nur von Ärzten verordnet und von Apotheken abgegeben werden, welche speziell geschult und zertifiziert wurden.

Webseite von Addyi
Fragebogen: Decreased Sexual Desire Screener (DSDS)

Eine Zulassung von Addyi in Deutschland ist derzeit nicht geplant.

SexMedNews#165

Jahrestagung der DGSMTW

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft e.V. (DGSMTW) findet am 28.03.2015 erstmals in Verbindung mit dem Psychosomatikkongress in Berlin statt. Teilnehmer des Psychosomatikkongresses können mit einer ermäßigten Teilnahmegebühr die DGSMTW-Tagung besuchen. Das wissenschaftliche Programm umfasst einen großen Themenbereich: sexuelle Funktionsstörungen, Paraphilien, Geschlechtsdysphorie, Kinderwunsch, Vaginismus.
Anmeldung und Programm

SexMedNews#154